#1: Lieblingsdinge von Henry Schmidt

Lieblingsdinge von Henry Jakob Schmidt

Die kleine orange Schere

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Die kleine orange Schere war in meiner Schultüte. Von da an nahm ich sie für jede Bastelei, für jede Scherenaufgabe. Recht bald landete sie in unserer großen wurschteligen Küchenschublade. Da flogen zwar noch andere Scheren herum, aber die einzige, die immer tadellos funktionierte, war die kleine Orange. Darum benutze sie unser 7-Personen-Haushalt täglich, z.B. auch zum Milchtüten-Aufschneiden. Nur einmal musste ich einschreiten, als jemand mit ihr Sisal-Teppich schneiden wollte.

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Schon damals lobte und verehrte die kleine Schere und interessierte mich für die Marke. Seltsam fand ich: Nicht eine Marke, sondern zwei drängten sich auf der kleinen Schere. Auf der Klinge stand Wilkinson und auf dem orangen Griffstück Fiskars. Wilkinson, klar, den Klingenhersteller mit dem gekreuzten Säbeln als Logo, kannte ich aus der Werbung. Fiskars hingegen sagte mir nichts. Ich nahm aber an, dass sich hier der beste Klingenhersteller und der beste Hersteller von Plastikgriffen zusammengetan hatten, um die beste Schere herzustellen. Meine Einschulung liegt nun ziemlich genau 30 Jahre zurück. Die Schere schneidet noch so gut wie immer.

Hersteller: Fiskars (und Willkinson) • Quelle: Fachgeschäft in Frankfurt am Main • Material: Metall, Kunststoff • Produktionsjahr: ca. 1976 • Nutzung: seit ca. 30 Jahren

Eisenhanteln

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Die archaischen Eisenhanteln sind ein Straßenfundstück meines damaligen WG-Mitbewohners Michael Burundi. Weil mir diese so gut gefielen, schenke er sie mir bei meinem Auszug. Eine Hantel wiegt 5,1 Kilo.

Hersteller: unbekannt • Quelle: Straßenfund in Saarbrücken • Material: Eisen • Produktionsjahr: irgendwann in der Eisenzeit • Nutzung: seit ca. 12 Jahren, aber sehr selten…

PILOT G-TEC-C4

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Wenn man meine Tante Gise trifft, dann bietet sie einem als erstes ein paar Dinge an. Wie ein sehr selektiver Handelsvertreter hat sie immer ein paar Muster von ihren Lieblingsdingen dabei. Anders als ein Handelsvertreter hat sie jedoch keinerlei ökonomische Interessen, sondern will die guten Dinge nur verschenken. Alle von ihr entdeckten Dinge sind gut, aber ich brauche nicht alle. Vor fast 10 Jahren kam der PILOT G-TEC-C4 dazu. Ganz begeistert beschrieb sie wie toll und fein der schreiben würde, so dass man Lust zum Zeichnen bekäme, man könnte das gar nicht beschreiben, man müsste das ausprobieren. Ich hörte nicht recht hin, nahm aber einen mit. Der lag erstmal rum. Dann benutze ich ihn und war auch hin und weg und zwar genauso wie von ihr beschrieben. Vor etwa vier Jahren habe ich meinen Vater angefixt. Seither muss ich ihm viermal im Jahr neue PILOTEN schicken. Es muss immer genau der sein. Andere PILOT-Stifte, die fast genauso aussehen und scheinbar nur eine andere Minenstärke haben, sind keine Alternative.

Hersteller: Pilot (Japan) • Quelle: Schreibwarenladen in München (Glockenbachviertel) • Material: Kunststoff, Tinte • Produktionsjahr: ca. 2008 • Nutzung: seit ca. 8 Jahren (dieser Typ Stift), tägliche Nutzung

Samurai-Brieföffner

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Der Brieföffner ist das einzige Erbstück meines Onkels Uli. Er hatte nur wenige Sachen und den Brieföffner habe ich mir rausgesucht. Ich kannte diese Sorte Brieföffner als Kind. Eine Imitation eines Samurai-Schwertes. Oben in der Öse war früher noch eine rote Schnur. Weil ich viele Jahre keinen Brieföffner hatte, reiße ich im Reflex Briefe noch oft mit der Hand auf. Nehme ich dann aber bewusst den Brieföffner habe ich immer ein besseres Gefühl – auch den Inhalt der Briefe angehend.

Hersteller: unbekannt • Quelle: Erbstück von Uli Kasten • Material: Metall, Holz • Produktionsjahr: 70er • Nutzung: seit ca. 6 Jahren

Taschenrechner TI-30 Galaxy

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In der 7. Klasse brauchte man einen Taschenrechner. Die meisten griffen zu dem Klassiker in der normalen hochkantigen Form (z.B. Casio-fx-82). Dieses Modell konnte auch in der Schule geliehen werden. Recht neu auf dem Markt war der Galaxy von Texas Instruments. Den gab es in beige, schwarz sowie in blau mit Solarzellen. Mit Solarzellen fand ich zwar gut, aber ich fürchtete dass diese dann an einem tristen, sonnenarmen Tag genau bei einer Mathearbeit versagen würden. Und außerdem gefiel mir der Beige am besten. Ich war ganz verknallt in das Design, die großen Tasten mit den Riffeln, damit man nicht abrutscht. Der Galaxy hatte ein Hartschalen-Etui, so dass man hinter dem Rechner gut einen Spickzettel unterbringen konnte. Zugegeben kein sehr sicherer Platz.
Heute muss ich nicht mehr viel rechnen, das meiste übernimmt Excel, aber der Taschenrechner liegt immer in Reichweite, nunmehr seit über 20 Jahren. In der Zeit musste ich nur einmal die Batterie wechseln.

Hersteller: Texas Instruments • Quelle: Kaufhof in Frankfurt am Main • Material: Kunststoff • Produktionsjahr: 80er • Nutzung: seit ca. 25 Jahren

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