#2: Lieblingsdinge von Henry Schmidt

Bredemeijer-Teekanne

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Die Teekanne ist ein Geschenk von Familie Helmers aus Ostfriesland. Bredemeijer-Teekannen (aus Holland) sind in Ostfriesland Tradition. Und Tee getrunken wird dort bekanntermaßen viel. So gesehen dürfte in vielen (guten!) Ostfriesischen-Haushalten eine Bredemeijer-Kanne ein echtes “Lieblingsding” sein. So auch bei mir, als Ganzjahres-Teetrinker. Die Kanne hat aber auch echte Vorteile: Die Schnute mit der harten Kante schneidet die Tropfen perfekt ab, es tropft also nichts. Der stabile Kunststoffgriff leitet keine Hitze und liegt auch beim Gießen gut in der Hand. Der Holzuntersetzer könnte noch schlichter sein, ist aber praktisch.

Hersteller: Bredemeijer Quelle: Fachgeschäft in Leer Material: Metall, Kunststoff, Holz Produktionsjahr: ca. 2003 Nutzung: seit ca. 6 Jahren

Global Küchenmesser

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Vor ca. 12 Jahren schenkte mir meine Mutter dieses Global Messer zu Weihnachten. Mein erster Gedanke: Messer verschenkt man nicht, das entzweit die Freundschaft (oder so ähnlich). Also gab ich meiner Mutter 10 Pfennig und kaufte es ihr so ab. Seither benutze ich das Messer jeden Tag. Es hat besonders viele Zwiebeln geschnitten, Karotten, Tomaten und Gurken. Das Messer hat feine Zähnchen. Ob man es nachschleifen kann weiß ich nicht. Auch ohne Nachschliff schneidet es fast wie am ersten Tag. Für mich hat es auch die ideale Universal-Größe. Vor drei Jahren habe ich mir ein zweites Global (etwas kleiner und ohne Zähnchen) gekauft, aber eigentlich brauche ich nur das eine.

Hersteller: Global (Japan) Quelle: Japanladen in Frankfurt am Main Material: Stahl Produktionsjahr: ca. 1997 Nutzung: seit ca. 13 Jahren

Der kleine Reiskocher

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Den kleinen Reiskocher bekam ich von meiner Mutter zum bestandenen Abitur – sozusagen statt eines Sportwagens. Das war vor ca. 19 Jahren. Zu der Zeit war das noch ein exotisches Küchengerät. Ein paar Jahre später gab es sie überall. Ich habe selbst zweimal einen kleinen Reiskocher verschenkt, aber beide (ich testete sie) machten den Reis leider nicht so gut wie meiner, obwohl die neuen beschichtete Einsätze hatten. Meiner hat einen kleinen Einsatz aus Alu, an dem der Reis immer etwas anklebt, aber er verbrennt nie, was ich bei den beschichteten Töpfen schon oft erlebt habe.

Hersteller: National (Matsushita) Quelle: Japanladen in Frankfurt am Main Material: Metall Produktionsjahr: ca. 1990 Nutzung: seit 19 Jahren (jeden zweiten Tag)

Fischteller

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Der Fischteller ist mein Universalteller. Das Muster ist traditionell chinesisch und für ein paar Euro in fast jeden Chinamarkt zu finden. Das Fischmotiv ist handbemalt und darum bei jeden Stück ein wenig anders.

Hersteller: No Name (made in China) Quelle: Mekong Asiamarkt in München Material: Porzellan Produktionsjahr: unbekannt Nutzung: seit ca. 7 Jahren

Unsere gute braune Pfeffermühle

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Zuhause hatten wir mehrere Pfeffermühlen und paar Jahre kam eine dazu. Da waren z.B. eine große grüne aus Holz und eine modische aus Plexiglas - beide untauglich. Dann eine metallene mit Klappe, bei welcher der Pfeffer ausschließlich grob gemahlen raus kam. Nur die kleine aus Holz, und “Ur-Mühle” funktionierte einwandfrei. Die fand aber keiner so richtig schön und sie hatte auch den Nachteil, dass sie aufgrund ihres geringen Fassungsvermögens oft aufgefüllt werden musste. Als meine Mutter sie mir damals bei meinem Auszug mitgab, freute ich mich sehr. Letztes Jahr beim Hinterhofflohmarkt traute ich meinen Augen nicht: Da stand bei einem Nachbar die gleiche Mühle auf dem Tisch. Die hatte ich sonst nie irgendwo sonst gesehen. Mein Herz klopfte. Bis 50 Euro würde ich zahlen. Für 50 cent bekam ich sie dann.

Hersteller: Zassenhaus Quelle: Lorey, Frankfurt am Main? Material: Holz, Metall Produktionsjahr: ca. 1970 Nutzung: seit ca. 35  Jahren

Pfannenwender

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Irgendwann tauchten sie auf – diese Pfannenwender aus Holz. Wahrscheinlich zunächst bei Ikea. Vorher hatte man welche aus Metall oder Plastik oder dicke hölzerne mit denen man nur rühren, aber nicht wenden konnte. Und Metall zerkratzt und Plastik kann schmelzen. Bis ich einen von ihnen wegschmeiße dauert es Jahre. Wahrscheinlich sind die geschundenen Pfannenwender ein idealer Nährboden für allerlei Pilze und Bakterien.

Hersteller: Ikea Quelle: Ikea Material: Holz Produktionsjahr: 1990-2005 Nutzung: seit ca. 20 Jahren (jeweils ca. 3 Jahre, dann Neukauf)

Onkel-Hermann-Topf

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Ein schwarzer alter Topf. Er war schon immer bei uns zuhause als Kochtopf im Einsatz. Als ich zum Studium in eine andere Stadt zog, in eine WG, nahm ich ihn mit, da ich ihn schon immer gerne mochte. „Onkel Hermann“ taufte ihn mein langjähriger WG-Mitbewohner Michael Burundi aus Eritrea, weil der Topf schon damals sehr alt aussah und ihm wohl sehr deutsch erschien. Meinte er das zunächst eher als Aufforderung den ollen Herrmann mal durch einen neuen Edelstahltopf von Tchibo zu ersetzen, fand er irgendwann auch Gefallen an ihm, benutze ihn selbst immer öfter, obwohl er eigene Töpfe hatte und grundsätzlich für eine strikte Trennung von Kochutensilien war. Der Topf begleitet mich also schon seit fast 30 Jahren – und seit gut 15 Jahren gehört er zu meinem festen Küchenbestand und wird beinahe täglich benutzt. Ich koche vor allem Nudeln darin, aber auch Kartoffeln und ganz selten mache ich mal ein Gulasch.

Hersteller: unbekannt Quelle: unbekannt Material: Metall Produktionsjahr: ca. 1950 Nutzung: seit ca. 30 Jahren

Duralex-Gläser

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Das Duralex-Gläser tauchten irgendwann in unserer Familie und ersetzten schließliche alle anderen. Wir tranken daraus Tee, Kaffe, Wein, Wasser, Apfelsaft, Sekt, also alles. Es ist hitzebeständig, sehr robust und günstig. Einmal fiel mir eines auf den gekachelten Küchenboden. Ich schaute dem Glas hinterher, sah wie es aufschlug, aber anstatt sofort zu zerbrechen sprang es noch mal gut einen halben Meter vom Boden auf. Ich versuchte es zu schnappen, erwischte es aber nicht, so dass es ein zweites Mal zu Boden fiel – und in hundert Stücke zersprang. Ich war begeistert! Das hätte ich gerne in Zeitlupe gesehen – wie sich das Glas beim ersten Aufprall eindellt und wieder ausdehnt, um noch einmal hochzuspringen. Das Glas ist für mich seit langem „das Glas“, so als wäre es die Urform des Glases, die ideale universale Glasform und Größe. Man sieht das Glas nun seit Jahren überall, allerdings in verschiedenen Größen. Meine Mutter begeistert sich seit einiger Zeit für die ganz kleinen – als Espresso-Gläschen.

Hersteller: Duralex Quelle: Fachgeschäft Material: Glas Produktionsjahr: 90er Nutzung: seit ca. 20 Jahren

Der Nudelschnapper

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Meine Oma mütterlicherseits hatte immer einen Nudelschnapper. Eher ein Spätzleschnapper, denn Spaghetti gab es bei ihr seltener. Der Nudelschnapper begeisterte mich, damals im Alter von acht Jahren. Ich sagte meiner Oma mehr als einmal wie toll ich ihn fände. Trotzdem war ich freudig überrascht, als sie in mir tatsächlich zum Geburtstag schenkte. Auf dem Nudelschnapper steht keine Marke, er ist aber ohne Zweifel beim Abt (in Ulm) gekauft. Er ist heute immer im Einsatz, wenn ich Nudeln koche, was sehr oft der Fall ist. In meiner WG-Zeit gab es einmal eine absurde Szene, als mein Mitbewohner irgendwann behauptete, dass es sein Nudelschnapper sei. Bei einem anderen Küchengerät wäre mir das womöglich recht egal gewesen - es hätte mich nur amüsiert und vielleicht hätte ich es ihm sogar überlassen, aber im Falle des Nudelschnappers wollte ich sofort klar, eindeutig und zweifelsfrei klären, das dies MEIN Nudelschnapper ist, wozu ich sogar meine damals bereits verstorbene Oma bemühte.

Hersteller: Pott? Quelle: Abt, Ulm Material: Edelstahl Produktionsjahr: 80er Nutzung: seit ca. 27 Jahren

Woll-Pfanne

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Meine erste Woll-Begegnung hatte ich in Saarbrücken während des Studiums. Die Firma Woll hatte vor einem Kaufhaus des Öfteren einen Stand mit ihren Pfannen aufgebaut. Ein paar Jahre später, ich wohnte mittlerweile in München, wurde scheinbar rund um die Uhr im Teleshop die Woll-Viereck-Pfanne angepriesen. Das Highlight: Wie viele Bratwürste nebeneinander in eine viereckige Pfanne passen. Ich war immer kurz davor mir diese zu bestellen. Stattdessen erwarb ich eine hübsche runde von Silit. Die war erst prima, aber recht bald löste sich die Beschichtung. Schließlich bestellte ich doch eine von Woll - in rund. Ich benutze die Pfanne seit gut 6 Jahren nahezu täglich. Sie scheint tatsächlich unverwüstlich und ich mag sogar das seltsame Grau des Materials, das mich am Anfang noch etwas störte. Wie alle beschichteten Pfannen ist sie für Steaks nicht so geeignet.

Hersteller: Woll GmbH Quelle: Woll GmbH (Online Direktbestellung) Material: Metall Produktionsjahr: ca. 2003 Nutzung: seit ca. 6 Jahren

Großer Porzelanbecher (Walküre)

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Irgendjemand brachte vor ca. 18 Jahren zwei dieser Becher aus dem Magazin mit. In unserem Haushalt setzten Sie sich nicht durch. Meine Mutter fand sie wohl etwas albern. Während dem Studium habe ich besonders viel Carokaffee aus diesen “Blumenvasen” getrunken. Irgendwo kam noch eine kleinere Variante hinzu. Praktisch ist vorallem das Fassungsvermögen und die dicken Wände für Heissgetränke aller Art.

Hersteller: Walküre Quelle: Magazin in Stuttgart Material: Porzellan Produktionsjahr: ca. 1992 Nutzung: seit ca. 17 Jahren


Comments

One Response to “#2: Lieblingsdinge von Henry Schmidt”
  1. Juliane sagt:

    Hallo Henry,
    ich muss sagen dein Geschmack gefällt mir. Besonders der Onkel-Hermann-Topf. In genau so einem Topf machte meine Mutter immer das Gulasch. Ich konnte es gerade riechen und bedanke mich für diesen retropspektiven Moment. Mutti kochte doch am Besten. :-)

    Gruß aus Bremen
    Juliane

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