Leinen

Februar 14, 2009 by Henry Jakob Schmidt  
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leinenballenLeinen (griech. linon, lat. linum „Lein“) ist die Faser aus der Lein- oder Flachspflanze, insbesondere auch daraus gefertigte Gewebe oder Tuch. Synonym für das Fertigprodukt wird Leinwand oder Linnen benutzt. Die Flachs- oder Leinenfaser wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Es handelt sich demnach um eine Bastfaser. Die Leinenfasern bilden Bündel, im Gegensatz zu Samenfasern (wie Baumwolle), die aus unverbundenen Einzelfasern bestehen. Die 20…50 mm langen Elementarfasern aus Zellulose sind durch Pflanzenleim zu den 50…90 cm langen Bündelfasern verkettet. Durch Kottonisierung können diese Bündel chemisch in Elementarfasern zerlegt werden. Der so erzeugte Flockenbast ist der Baumwolle sehr ähnlich, wird aber wegen der längeren Bearbeitung gegenüber Baumwolle kaum hergestellt.Bei der Ernte wird die Pflanze mit den Wurzeln ausgerauft, also nicht gemäht sondern ausgerissen. Durch das Riffeln werden Samen und Zweige entfernt. Bei der Röste bzw. Rotte löst sich die Bindung zwischen dem Holzkern und den Faserbündeln. Bei der anschließenden Rotte zersetzen Bakterien und Pilze Teile des Pflanzenleims, der die Elementarfasern zu Bündelfasern zusammenhält. Die Rotte muss zum richtigen Zeitpunkt unterbrochen werden, um eine Schädigung der Fasern zu verhindern. Früher wurden die Pflanzen einfach auf dem Feld ausgebreitet (Taurotte) oder in kaltes Wasser gelegt (Kaltwasserrotte). Heute arbeitet man meist mit künstlicher Warmwasserrotte. Chemische Verfahren setzten sich nicht durch. Nach der Trocknung wird der Flachs gebrochen oder geknickt. Der Holzkern wird in viele kleine Stücke (Schäben) zerkleinert, die beim anschließenden Schwingen zusammen mit dem Schwingwerg herausfallen. Erst der Schwingflachs wird in der Spinnerei durch Hecheln zu parallel geordnetem Langfaserbast gekämmt. Der Bast in kleinere Faserbündel geteilt und das Werg (kurze Faserteile) wird ausgesondert.

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