Landmaschinen Marke Eigenbau aus der DDR

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Sonderausstellung in der Fotogalerie des Deutschen Technikmuseums vom 3. März 2009 bis 28. Juni 2009

Mit über 40 Farbfotos dokumentieren die beiden Fotografen Bernd Hiepe und Erasmus Schröter den Einfallsreichtum und die Findigkeit von Menschen, sich in einer Mangelwirtschaft selbst zu helfen. Traktoren Marke Eigenbau, auch „Benzinkühe“ oder „Esel“ genannt, wurden in der DDR oftmals eingesetzt, um das kleine eigene Stück Land zu bestellen. Es gab keine landwirtschaftlichen Kleingeräte wie im Westen zu kaufen und die großdimensionierte Technik der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) war nicht geeignet für die Bearbeitung der eigenen Scholle. Findige Köpfe mit handwerklichem Geschick und Organisationstalent bauten sich ihre Landmaschinen selber. Aus Einzelteilen von alten Land- und Baumaschinen, Militärfahrzeugen, diversen LKW, PKW oder Motorrädern entstanden die kuriosesten Vehikel. > Mehr …

Richtig Messer wetzen

Februar 1, 2008 by Henry Jakob Schmidt  
Abgelegt unter Handwerk & Werkzeug, Reparieren

knifesharpeningDa sich die Schneide des Messers durch den Gebrauch mehr oder weniger abnutzt und stumpf wird, sind periodisch wiederkehrende Schärfverfahren notwendig. Diese unterscheiden sich je nach Anschliff und Material der Klinge, sowie dem Grad der Abnutzung. Durch die Benutzung legt sich bei vielen metallenen Messern zunächst der Grat, also die spitze Kante der Schneide, auf mikroskopischer Ebene um. Die Schneidwirkung entfaltet sich jedoch auf dem Grat, bei unebenem Grat ist sie also stark beeinträchtigt. Mit einem Abziehstein oder einem Wetzstahl kann man den Grat nun wieder aufrichten. Hierzu zieht man das Messer in spitzem Winkel über das harte Metall des Wetzstahls, dies kann man „entgegen“ oder „mit“ dem Strich (der spitzen Klingenseite) tun. Dabei wird kein Metall abgetragen, sondern lediglich der Grat gerichtet. Folglich braucht das Messer vorher bereits einen ausreichenden Schliff. Ist die Klinge zu sehr abgenutzt, d.h. das Profil der Klinge entspricht nicht mehr dem ursprünglichen Profil, muss man das Messer neu schleifen. > Mehr …

Wabi-Sabi Qualität

japanteekanneWabi-Sabi (jap. ??) ist ein ästhetisches Konzept (Konzept der Wahrnehmung von Schönheit), das in Japan entstand. Ursprünglich bedeutet “Wabi”: sich elend, einsam und verloren fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen. Aber erst in der Verbindung mit “Sabi”: alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit, die den Maßstab der japanischen Kunstbewertung bildet. Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel, das und ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals. Eine Wabi-Sabi-Qualität von Objekten besteht in Präsenz und stiller Autorität ohne Züge von Überheblichkeit. Wabi-Sabi-Objekte tangieren oft die Vergänglichkeit und die Einsamkeit des Seins oder wehmütige Traurigkeit. Hierin spiegelt sich ihre innere Verwandtschaft zum Zen wieder.Wabi-Sabi lädt dazu ein, kleine Dinge neu zu entdecken und die Harmonie des Unscheinbaren in der Natur zu empfinden. Es ist gegenwartsorientiert und vertraut mit Uneindeutigkeit und bestehenden Widersprüchlichkeiten. Nicht-Perfektion nimmt eine neue Bedeutung an und wird Grundlage eines Schönheitsideals von individuellen Lösungen und organischen Formen.

Der Begriff Wabi-Sabi wurde im 16. Jahrhundert von dem japanischen Tee-Meister und Zen-Mönch Sen no Rikyu eingeführt. Die entsprechende Denkweise war aber bereits im ganzen japanischen Mittelalter (also ungefähr ab dem 12. Jahrhundert) weit verbreitet. Auch im japanischen Altertum (7. bis 11. Jahrhundert) finden sich bereits einige Ansätze in dieser Richtung, die aber neben anderen Idealen zurückstehen mussten.

Mister Minit

Februar 8, 2007 by Henry Jakob Schmidt  
Abgelegt unter Handwerk & Werkzeug, Reparieren

Veröffentlicht in November 3, 2007 von Henry Jakob

Früher (vor 25 Jahren?) hatte Mister-Minit den Ruf eines Billig-Schusters: “Die kleben nur! Kein echtes Handwerk! Wegen denen gehen die echten Schuster ein!”. Da war vielleicht was dran. Aber wer schnell mal einen Absatz geflickt haben wollte, mochte vielleicht nicht zwei Monate warten bis der alte Schuster aus dem Dorf damit fertig war. Noch so ein Vorurteil. Das auch manchmal zutraf. Heute, 50 Jahre Mister-Minit, stellen wir fest: Ein edel Schuster / Schlüsselmacher ist das nicht geworden, aber einer der wenigen letzten Bastionen der Reparaturkultur. Und das ist immer ein Wert an sich. Gegründet wurde die MINIT-Gruppe 1957 durch Donald Hillsdon Ryan in Brüssel unter dem Namen “Service Minute”. Bereits zwei Jahre später, 1959, wurde in Duisburg der erste deutsche Shop eröffnet. Unter dem Namen “Express-Absatz-Bar” lag der Schwerpunkt auf der schnellen, zuverlässigen Absatzreparatur. 1965 wurde der Name MISTER MINIT schließlich als Markenzeichen geschützt und die zusätzlichen Dienstleistungen Schlüssel- und Gravurservice eingeführt. Weitere Dienstleistungen folgten. MISTER MINIT kann als größter handwerklicher Dienstleister bezeichnet werden. Als Shop-in-Shop-Konzept bei Kaufhof oder Karstadt, in Einkaufscentern, Supermärkten oder Bahnhöfen ist MISTER MINIT platziert. Heute hat Mister Minit deutschlandweit rund 300 Shops und 500 Mitarbeitern sowie 60 Franchisenehmer.
Die Marke MISTER MINIT ist heute in fast allen europäischen Ländern vertreten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Spanien und Tschechien. Darüber hinaus in Australien, Hong Kong, Japan, Kanada, Neuseeland, Singapur und Taiwan.