#10: Lieblingsdinge von Anja Hoffmann

Lieblingsdinge von Anja Hoffmann (* 1982 in Wasserburg, studiert, arbeitet und lebt in München)

Kinderbesteck

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Das Pumuckel-Kinderbesteck bekam ich zur Taufe von meinen Taufpaten. Ich benutze es seit ich es greifen kann. Es liegt ganz normal in meiner Besteckschublade. Read more

#6: Lieblingsdinge von Sabine Schmidt

April 6, 2009 by Henry Jakob Schmidt  
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Lieblingsdinge von Sabine Schmidt (* 1940 in Ulm, Tanzpädagogin, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main)

Eieruhr

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Die kleine Eieruhr ist von meiner Mutter, Lisbeth, also etwa 60 Jahre alt. Sie stand immer bei uns in der Küche und meine Mutter hat mit Teig und Mehl an den Händen die Uhr gestellt. Sie war also meistens ziemlich eingestaubt. Wenn man sie auf eine halbe Stunde oder länger stellt, klingelt sie auch länger, wenn auch etwas stotternd. Read more

Straßendinge #3

Gesehen am 28.2.2009 in München

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Straßendinge #1

Gesehen am 22.3.2009 in München, bei trübem Wetter mit trüber Kameraeinstellung.

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Perfektes VW Bus Modell, perfekt restauriert. Nur das Wetter ist grau. Read more

Das Kaiki

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Das Kaíki ist der verbreitetste traditionelle Bootstyp in Griechenland. Es wird mit überlappenden (also nicht auf Stoß gesetzten) Planken aus Holz gebaut und ist seit zirka 50 Jahren meist mit einem einzylindrigen Diesel motorisiert. Vorher wurde es unter Segeln gefahren oder gerudert. Hauptsächlich wird es als Fischerboot verwendet, es gab und gibt aber auch Varianten zur Last- oder Personenbeförderung. Sehr oft ist ein kleines Augenpaar an den typisch geformten Bug gemalt. Die Größe eines Kaíkis reicht von 5 Meter Länge bis zu 15 Meter langen Schiffen, wobei die Rumpfform immer beibehalten bleibt. Sie ist auch für die erstaunliche Seetauglichkeit dieses Bootstyps verantwortlich. Kaíkia werden so gut wie immer mit einer Ruderpinne gesteuert, auch die sehr großen haben meist kein Steuerrad.

Bild: HBJS

Wabi-Sabi Qualität

japanteekanneWabi-Sabi (jap. ??) ist ein ästhetisches Konzept (Konzept der Wahrnehmung von Schönheit), das in Japan entstand. Ursprünglich bedeutet “Wabi”: sich elend, einsam und verloren fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen. Aber erst in der Verbindung mit “Sabi”: alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit, die den Maßstab der japanischen Kunstbewertung bildet. Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel, das und ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals. Eine Wabi-Sabi-Qualität von Objekten besteht in Präsenz und stiller Autorität ohne Züge von Überheblichkeit. Wabi-Sabi-Objekte tangieren oft die Vergänglichkeit und die Einsamkeit des Seins oder wehmütige Traurigkeit. Hierin spiegelt sich ihre innere Verwandtschaft zum Zen wieder.Wabi-Sabi lädt dazu ein, kleine Dinge neu zu entdecken und die Harmonie des Unscheinbaren in der Natur zu empfinden. Es ist gegenwartsorientiert und vertraut mit Uneindeutigkeit und bestehenden Widersprüchlichkeiten. Nicht-Perfektion nimmt eine neue Bedeutung an und wird Grundlage eines Schönheitsideals von individuellen Lösungen und organischen Formen.

Der Begriff Wabi-Sabi wurde im 16. Jahrhundert von dem japanischen Tee-Meister und Zen-Mönch Sen no Rikyu eingeführt. Die entsprechende Denkweise war aber bereits im ganzen japanischen Mittelalter (also ungefähr ab dem 12. Jahrhundert) weit verbreitet. Auch im japanischen Altertum (7. bis 11. Jahrhundert) finden sich bereits einige Ansätze in dieser Richtung, die aber neben anderen Idealen zurückstehen mussten.